Ghana – Kamerun – Sierra Leone:

Drei gelungene Beispiele für die Umsetzung der „Sustainable Develoment Goals“ (SDGs) in die berufliche Praxis durch Netzwerkbildung!

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Die Premiere war ein voller Erfolg: die Präsentation von drei erfolgreichen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit unter Beteiligung der Landesstelle in der Peter-Lenné-Schule am 21. Dezember 2018! So kann Netzwerkarbeit zum Wohle aller Beteiligten aussehen und gleichzeitig beispielhaft zur Umsetzung der SDGs beitragen.

Das war auch der Ansatzpunkt in den einführenden Worten des Schulleiters der Peter-Lenné-Schule, Stephan Alker, mit über 100 Gästen gut gefülltem Vortragsraum. Er hob die Bedeutung der SDGs in den beruflichen Schulen hervor und ging auf die Möglichkeiten ein, die Berliner Oberstufenzentren im Bereich der Aus- und Weiterbildung – vor allem im Spektrum der Erneuerbaren Energien und des Umweltmanagements – anbieten.

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Landesstellenkoordinator Klaus Pellmann stellte in seinen Ausführungen vor allem die Auszeichnung der Landesstelle im Weltaktionsprogramm (WAP) „Bildung für einen nachhaltige Entwicklung (BNE)“ als herausragendes Netzwerk 2018/2019 heraus. Diese besondere Auszeichnung – die zweite im WAP nach der als herausragender Lernort 2016 – war und ist nur auf die gute Zusammenarbeit mit verschiedensten Institutionen möglich. Angefangen bei der Kooperation mit verschiedenen Oberstufenzentren (OSZ) des gewerblich- technischen Bereichs, der Zusammenarbeit mit Berliner Hochschulen (FU, HU und SRH Hochschule, alle Berlin), dem Netzwerk der grünen Lernorte des Bezirks mit der Peter-Lenné-Schule, bis hin zu den Kooperationen mit Trägern der Entwicklungszusammenarbeit und Nichtregierungsorganisationen (NRO). Die Präsentation dieser Arbeit stand im Mittelpunkt der Veranstaltung, die vom Landesstellenkoordinator moderiert wurde.

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Die nächsten Grußworte sprach Akinola Famson vom  Afrika-Rat Berlin e.V. Er überbrachte als Vorsitzender des Vereins die Grüße der afrikanischen Diaspora. Der Afrika-Rat vertritt zurzeit 38 afrikanische Vereine, die in Berlin und Brandenburg ansässig sind. Zu den Hauptaufgaben des Vereins zählt die Unterstützung der Mitglieder, er ist Sprachrohr der afrikanischen Community und trägt vor allem zur Völkerverständigung bei. Er hob in diesem Zusammenhang besonders die Rolle der Berliner Landesstelle hervor, die einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung im Rahmen ihres Aus- und Weiterbildungsprogramms leistet!

Ghana – Projekt der SRH Hochschule Berlin in Kooperation mit der NRO BOTA Ghana

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Das Kooperationsprojekt mit Ghana unter Federführung der SRH Hochschule Berlin wurde nachfolgend von Thomas Pfeiffer, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der SRH Hochschule Berlin, präsentiert. Dort setzen Mitarbeiter der Hochschule zusammen mit der NRO BOTA Ghana ein vom Ministerium für Bildung und Forschung finanziertes Projekt zur Verwertung von Kakaoschalen um. Neben dem energetischen Aspekt der Wärmeerzeugung durch Pyrolyse steht vor allem die Gewinnung von Biokohle als „Abfallprodukt“ im Vordergrund der Betrachtungen, sowie die geschlossene Wertschöpfungskette. Die Einsatzmöglichkeiten der Biokohle sollen im Folgeprojekt 2019/2020 zusammen mit der Landesstelle und der Peter-Lenné-Schule weitergehend erprobt und die Erkenntnisse in die berufliche Bildung in den Partnerländern einfließen. Das Projekt ist ein gelungenes Beispiel für angepasste Entwicklungszusammenarbeit zur Verbesserung der Lebensverhältnisse in Ghana. Eine Einladung an das Publikum zu einer gemeinsamen Veranstaltung mit den ghanaischen Projektpartnern für Januar 2019 sprach Thomas Pfeiffer in diesem Zusammenhang ebenfalls aus.

Kamerun – Berufliches Fortbildungskonzept der German Solar Academy Cameroon (GSA)

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Das zweite Projekt aus Kamerun stellten nachfolgend der Landesstellenkoordinator Klaus Pellmann und der Geschäftsführer der German Solar Academy Cameroon, Bertrand Pani Tchiengue, vor. In ersten Teil präsentierte Landesstellenkoordinator Klaus Pellmann die Dienstreise der Landesstelle im November 2018 nach Kamerun. Die Reiseroute durch das Land, die Aufgaben und Ziele der Reise wurden dem Publikum vorgestellt. Neben der Verleihung von Zertifikaten stand vor allem die Präsentation der gemeinsamen Partnerschaft Landesstelle – SRH Hochschule – GSA Cameroon und die Erfolge zur Etablierung einer Fortbildung im Bereich der Solarenergie in den Städten Douala und Yaoundé im Vordergrund der Ausführungen. Nach einem positiven Blick in die Zukunft des Gemeinschaftsprojektes mit der Ausweitung des Ausbildungsprogramms in den nächsten Jahren stellte der Geschäftsführer der GSA Cameroon Bertrand Pani Tchiengue die Bildungseinrichtung vor. Nach einem kurzen Rückblick in die „Historie“ seit der Gründung 2015 stand das Bildungsangebot der GSA im Vordergrund seiner Betrachtungen. Die Weiterbildungskurse, zurzeit in Douala und Yaoundé angeboten, stoßen auf ein großes Interesse, vor allem bei Absolventen von Hochschulen. Die Angebote sind sehr individuell und werden den Vorkenntnissen der Teilnehmer angepasst. In der Regel dauert ein Kurs sechs Monate, die abzulegende Prüfung nach bundesdeutschen Standards wird vom Kamerunischen Bildungsministerium anerkannt. Seit Gründung konnten über 50 Teilnehmer erfolgreich qualifiziert werden, nahezu die Hälfte arbeitet heute in der Solarbranche als Verkäufer, Anlagenbetreiber oder Anlagenmonteur. Eine kleine Erfolgsgeschichte, die in der nahen Zukunft durch erweiterte Kooperationen mit dem Ministerium und kamerunischen Unternehmen ausgebaut werden soll!

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Die Grußworte der kamerunischen Botschaft überbrachte die Botschaftsrätin Frau Dr. Maryse Nsangou Njikam. Sie bedankte sich für die Einladung und hob vor allem die vorbildliche Arbeit der GSA in Kamerun hervor. Das Unternehmen wird sich auch weiterhin auf die Unterstützung der Regierung verlassen können. Die Solarenergie hat in Kamerun ein großes Potential, das aber nur gemeinsam mit Unterstützung der deutschen Partner umgesetzt und zur Verbesserung der örtlichen Lebensverhältnisse eingesetzt werden kann!

Sierra Leone – Projekt „Education Renewable Energy Center“ (EDUREC)

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Die NRO Bintumani e.V. leistet nun schon seit über 20 Jahren vorbildliche Entwicklungszusammenarbeit mit Sierra Leone. Die Schwerpunkte der Tätigkeit des Vereins liegen in den Bereichen Gesundheit, Schule und Ausbildung. Norbert Hoffmann vom Verein Bintumani stellte in seiner Präsentation das angelaufene EDUREC-Projekt vor. Die Abkürzung steht für „Education Renewable Energy Center“, ein Berufsbildungsprojekt in der Hauptstadt Freetown. In einem beruflichen Bildungszentrum werden die verschiedensten Formen der regenerativen Energien (Bio-, Solar- und Windenergie) handlungsorientiert und praxisrelevant vermittelt. Die Ausstattung der Schule konnte aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert werden, im November 2018 wurden die ersten Teilnehmer in der Solarenergie gemeinsam mit den Partnern aus Sierra Leone geschult. Die Landesstelle unterstützt den Verein schon seit Jahren, sei es durch den Transfer von „Know how“ durch Bildungsangebote oder praktische Unterstützung in Berlin. Der Verein Bintumani steht exemplarisch für eine Partnerschaft auf Augenhöhe, ein wesentliches Kriterium für erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit!

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In der anschließenden Rede betonte der Botschafter des Landes Sierra Leone, S.E. Dr. M'Baimba Lamin Baryoh, noch einmal die lange Freundschaft zwischen Deutschland und seinem Heimatland. Zwischen beiden Ländern sind die Beziehungen sehr gut, Deutschland genießt noch immer ein hohes Ansehen in Sierra Leone. Dies zeigt sich auch an seinem persönlichen Werdegang mit Studium an einer deutschen Hochschule. Besonders die Arbeit des Vereins Bintumani würdigte der Botschafter, die vorbildliche und ehrenamtliche Arbeit zur Verbesserung der Lebensverhältnisse in Sierra Leone seit über zwei Jahrzehnten. Er sagte auch weiterhin die Unterstützung der Regierung zu und hofft, dass das Land auch im Bereich der beruflichen Bildung mit deutscher Partnerschaft positiv weiterentwickelt werden kann!

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Die Schlussworte durfte Harry Funk von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie sprechen. Als zuständiger Projektkoordinator für BNE lobte er die vorbildliche und zukunftsweisende Arbeit der Landesstelle und ihrer Kooperationspartner in der „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“. Die präsentierten Projekte zeigen beeindruckend, wie Elemente der SDGs beispielhaft in die berufliche Praxis umgesetzt werden können. Gleichzeitig dankte er aber auch allen anderen Akteuren, die sich berlinweit für BNE einsetzen. Jedes noch so kleine Projekt verdient Anerkennung; der Spaß an der Auseinandersetzung mit den Zielen von BNE sollte immer im Vordergrund stehen. Nur so kann BNE zu einer noch breiteren Akzeptanz in Schulen und der Bevölkerung führen und zu einen veränderten Lebenseinstellung führen!

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Abschließend trugen sich der Botschafter aus Sierra Leone, die Botschaftsrätin aus Kamerun und der Geschäftsführer der GSA als Ehrengäste in das „Grüne Buch der Peter-Lenné-Schule“ ein, bevor nach einem abschließenden Gemeinschaftsbild der informelle Teil des Nachmittags im Vortragsraum endete.

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Kulturell-kulinarische Höhepunkte der Veranstaltung

Im „weihnachtlich-afrikanisch“ geschmückten Gewächshaus wartete schon die Gruppe Afrochanson um den Sänger Jean-Paul Monsungay auf ihren Auftritt. Doch bevor das musikalische Intermezzo startete, konnten die „hungrigen“ Gäste zuerst an den Tischen Platz nehmen und bei Kaffee und Kuchen die Vorträge Revue passieren lassen.

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Das kulinarische Angebot ließ keine Wünsche offen, die kamerunischen Köchinnen hatten eine breites Angebot aus gebratenem Fisch, Hühnchen, Fleischspießen zubereitet, wahrlich ein kulinarischer Genuss! Ergänzt wurde das Essen durch nachhaltig gebrautes Bier aus der Braumanufaktur am Templiner See in Potsdam, das laut Aussage der Gäste auch „nachhaltig“ gut schmeckte. Die abschließende Kaffeezeremonie der äthiopischen Landesstellenteilnehmerinnen vervollständigte die kulinarischen Höhepunkte des Nachmittags.

Auszeichnungen

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Und, wie kurz vor Weihnachten üblich, durften auch diesmal Geschenke und Auszeichnungen nicht fehlen. So erhielt Bertand Pani Tchiengue für seine Verdienste zur Etablierung von Kursen zur Solarenergie in Kamerun die Auszeichnung als „Berufsbildner für Solarenergie“. Prof. Dr. Michael Hartmann von der SRH Hochschule wurde für seine besonderen Verdienste in afrikanischen Staaten mit dem Titel „Vater Afrika“ ausgezeichnet.

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So ging zu den Klängen von „Afrochanson“ ein wunderschöner Nachmittag in den Abend über, an den sich sicherlich viele Gäste gerne erinnern werden. Unser Dank gilt der Schulleitung, den Kolleginnen und Kollegen und dem Sekretariat der Peter-Lenné-Schule, die erneut wohlwollend die Veranstaltung unterstützten; dem Fachbereich Floristik für die schönen Raum- und Tischgestaltungen; den Gärtnerinnen und Gärtnern, dem Hausmeisterteam und den Schülerinnen und Schülern der Fachschule, sowie allen weiteren Helferinnen und Helfern für die Hilfe bei der Durchführung der Veranstaltung.

Klaus Pellmann
Landesstellenkoordinator

 

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Bildnachweis
© 2018 Martin Rammensee und Hailu Temesgen, Landesstelle