Die Agenda 2030: 17 Ziele für eine lebenswerte Zukunft

Peter-Lenné-Schule und Landesstelle als Vermittler von nachhaltiger Entwicklung im beruflichen Schulalltag

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Mit der Agenda 2030 sprachen sich die Vereinten Nationen (UN) im Jahr 2015 für eine lebenswerte Zukunft weltweit aus. Gemeinsam entwickelten sie 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die Sustainable Development Goals, kurz SDGs genannt. Die Agenda gilt für alle Staaten dieser Welt: Entwicklungsländer, Schwellenländer und Industriestaaten sind gleichermaßen aufgefordert, ihren Beitrag zu leisten.

Die 17 SDGs für eine nachhaltige Entwicklung berücksichtigen das erste Mal alle drei klassischen Dimensionen der Nachhaltigkeit: Soziales, Umwelt und Wirtschaft. Die Ziele bedingen sich untereinander, fünf Kernbotschaften werden als handlungsleitende Prinzipien vorangestellt: Mensch, Planet, Wohlstand, Frieden und Partnerschaft. Im Englischen spricht man von den „5 Ps“: People, Planet, Prosperity, Peace, Partnership.

01b koop bneDie 17 Ziele der UN für eine nachhaltige Entwicklung.

Diese Ziele finden sich auch in der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie wieder, die 2017 verabschiedet wurde. Grundsatz ist ein umfassendes Gerechtigkeitskonzept, bei dem die natürlichen Lebensgrundlagen bewahrt werden und innerhalb der dadurch gesetzten Grenzen ein gutes Leben für alle Menschen möglich ist.

Die Ziele der Agenda 2030 wurden in der Peter-Lenné-Schule intensiv diskutiert und sollen im neuen Schulprogramm verankert werden. Schon heute spielen die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung eine große Rolle im täglichen Schulleben, beispielhaft erkennbar an der bewussten Umbenennung der Schule in OSZ Natur und Umwelt (vormals OSZ Agrarwirtschaft) vor ca. fünf Jahren und der damit verbundenen Neuausrichtung in vielen Bildungsgängen. Mit dem Neubau des BELARE (Bioenergielabor für Regenerative Energieformen) im Jahr 2017 und dem neuen Bildungsgang Umweltschutztechnische/-r Assistent/-in befindet sich die Schule auf einem guten Weg, Nachhaltigkeitsthemen im Schulalltag zu manifestieren und einer breiteren Öffentlichkeit durch diverse Vernetzungen bekannt zu machen.

Nachhaltigkeitsauszeichnungen: die Peter-Lenné-Schule ist Umweltschule in Europa

In der Kategorie Umweltschule in Europa – Internationale Agenda 21 Schule wurde das OSZ Natur und Umwelt zusammen mit der Berliner Landesstelle in den letzten Jahren schon zum siebten Mal für innovative Projekte im Bereich der nachhaltigen Entwicklung ausgezeichnet.

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Angefangen beim Wassermanagement-Konzept der Schule (Regenwasserbewirtschaftung) über den Bau von nachhaltigen Kleinstbiogasanlagen für Entwicklungs- und Schwellenländer bis hin zu Kooperationsprojekten mit Berliner Hochschulen zum Thema Klimawandel.

Wichtigster Netzwerkpartner bei der Umsetzung von BNE: Die Landesstelle für gewerbliche Berufsförderung in Entwicklungsländern

Die der Schule angeschlossene Landesstelle bildet in Kooperation mit mehreren Berliner Oberstufenzentren Teilnehmer aus Ländern des globalen Südens in den Themenfeldern des „Wassermanagements und der Regenerativen Energien“ aus.

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Für diese zukunftsweisende Aus- und Fortbildung und die Integration von Nachhaltigkeitsthemen in das Schulleben wurde sie bereits mehrfach prämiert als Projekt der UN-Dekade für nachhaltige Entwicklung; 2016 erhielt sie die Auszeichnung als herausragender Lernort im Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Globale Verantwortung: Vernetzung Berliner Oberstufenzentren (OSZ)

Die Vernetzung, speziell unter dem Fokus der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE), wird unter Koordination der Landesstelle und der Schule vorangetrieben. Verschiedene Berliner Oberstufenzentren (Berufliche Schulen), die im Bereich der Umwelttechnologien ausbilden und bei denen Nachhaltigkeitsthemen in der Schule eine wichtige Rolle spielen, werden vernetzt.

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Am Beispiel der Partnerschaft mit dem westafrikanischen Staat Benin zeigt sich, dass in enger Kooperation aller Beteiligten ein Großteil der 17 Ziele, wie: keine Armut, kein Hunger, hochwertige Bildung, sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen, bezahlbare und saubere Energie, angegangen werden können. Die Vernetzung der Oberstufenzentren unter der Prämisse einer Verbesserung der beruflichen Bildung für die Zukunft der Jugend in Benin ist ein gelungenes Beispiel für eine globale Partnerschaft und die globale Verantwortung Deutschlands.

BNE und Umweltbildung: Vernetzung auf bezirklicher Ebene

Neben der Vernetzung der beruflichen Schulen spielt die Kooperation der bezirklichen Akteure eine wichtige Rolle. Auch hier ist Bildung für nachhaltige Entwicklung die tragende Säule der angestrebten Vernetzung, bei der unter Koordination durch die regionale Schulaufsicht des Bezirks sämtliche „Grünen Lernorte“, die Peter-Lenné-Schule, die Gartenarbeitsschule, das Freilandlabor, die Botanikschule und das BNE-Zentrum im Botanischen Garten zur Verbreitung der Inhalte der bundesdeutschen Nachhaltigkeitsstrategie und Umweltbildung in den allgemeinbildenden Schulen des Bezirks beitragen wollen. Eine eigene Internetpräsenz des Netzwerks ist für 2019 geplant.

Schule und Hochschule: „Nachhaltige“ Vernetzung zwischen Praxis und Wissenschaft

Zu den Berliner Hochschulen bestehen starke Verbindungen. Angefangen bei der Kooperation mit der Beuth Hochschule im Dualen Studium, einer Kombination aus Ausbildung zum Gärtner und späterem Bachelorabschluss im Landschaftsbau und Grünflächenmanagement, bis hin zu Projekten mit Berliner Universitäten im Umweltbereich.

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Eine langjährige Kooperation besteht mit der SRH Hochschule Berlin. Eine Kooperationsvereinbarung vom März 2018 verstetigt die Zusammenarbeit zwischen der Schule und der Hochschule in der Aus- und Weiterbildung, in den Umwelttechnologien und Regenerativen Energien. Das 2017 eröffnete BELARE-Gebäude dient dabei als Aus- und Weiterbildungsstätte, in dem verschiedene Formen regenerativer Energien (Biomasse, Sonne und Wind),des Wassermanagements (Auffangen, Nutzen, Reinigen und Ausbringen von Wasser) sowie Klima- und Bodenschutz theoretisch vermittelt und praktisch erprobt werden können.

Der Einsatz und die Nutzungsmöglichkeiten von Biokohle (Terra Preta) stehen im Mittelpunkt eines Projekts mit der Freien Universität Berlin. Die nachhaltige Ressourcennutzung mit Pflanzenkohle wird in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Geowissenschaften und außerschulischen Partnern in mehreren Bildungsgängen der Peter-Lenné-Schule erprobt und soll in die Lehrpläne von Gärtnern, Tierpflegern und Umweltschutztechnischen Assistenten sowie der allgemeinbildenden Bildungsgänge einfließen.

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Gemeinsam mit der Humboldt-Universität Berlin (Albrecht Daniel Thaer-Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften) und außerschulischen Bildungsträgern findet zurzeit ein Projekt zum Thema „Berufliche Bildung zur klimaangepassten Grünflächenpflege“ statt. Dabei sollen Bildungsmodule zum Klimawandel und zur Klimaanpassung – speziell im Berliner Gartenbau, aber übertragbar auf das Bundesgebiet – entwickelt und erprobt werden. Ziel ist die Integration der Themen in die Lehrpläne der Schule unter dem Aspekt von BNE. Eine Übertragung in die berufliche Fort- und Weiterbildung, sowohl an der Peter-Lenné-Schule, als auch in die gärtnerischen Fortbildungseinrichtungen von Berlin und Brandenburg, wird gemeinsam mit den zuständigen Wirtschaftsverbänden angestrebt.

Die Landesstelle kooperiert zudem intensiv mit dem Seminar für ländliche Entwicklung (SLE) der HU Berlin und schult Stipendiaten des SLE in berufspädagogischen, aber auch Nachhaltigkeitsthemen wie dem Wassermanagement in Ländern des globalen Südens zur Bekämpfung von Armut und Hunger, so zum Beispiel in einem Berufs- und Arbeitspädagogik-Kurs für Teilnehmer aus Mali.

„Nachhaltiger Baukörper“: Umbau der alten Schulgebäude zur klimaneutralen Bildungsstätte

In enger Kooperation mit der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) soll die energetische Sanierung der Schulgebäude abgeschlossen werden, um einen kleinen, beispielhaften Beitrag zur klimaneutralen Stadt zu leisten. Angefangen wurde mit der energetischen Sanierung der Gewächshäuser, der Errichtung des BELARE-Gebäudes und der energetischen Sanierung des Altbaus.

Im nächsten Schritt soll die Umstellung der Heizzentrale auf Hackschnitzel und Pellets erfolgen, anschließend ist die energetische Sanierung des Neubaus angedacht. Fotovoltaikanlagen auf ausgewählten Dachflächen und Kleinwindanlagen (Vertikalwindrädern) sollen das Gesamtkonzept langfristig komplettieren und zur Minderung schädlicher Treibhausabgase beitragen.

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Trotz der Erfolge im Umweltbereich auf der schulischen Ebene müssen sämtliche Inhalte der „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ einer möglichst breiten Öffentlichkeit vermittelt werden; der Multiplikatoren-Effekt ist entscheidend für eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung. Die Vernetzung ausgewählter Berliner Oberstufenzentren und die Kooperation auf der bezirklichen Ebene sind erste Schritte zur Verstetigung des Vorhabens, weitere Schritte sollen folgen.

Die hoch gesteckten Ziele können wir in Kooperation mit unseren Partner erreichen. Durch die Bündelung unterschiedlichster Kompetenzen erscheint nicht nur die Auseinandersetzung mit den SDGs erstrebenswert, sondern eine Umsetzung im kleinen Rahmen ist ein durchaus realistisches Ziel!

Klaus Pellmann
Landesstellenkoordinator
Peter-Lenné-Schule

 

 

 

Bildnachweis:
Grafik 17 Ziele: csr-in-deutschland.de (Bundesministerium für Arbeit und Soziales)
Fotos: Kl. Pellmann und M. Rammensee, Peter-Lenné-Schule

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christoph-sChristoph: „tolles Jahr bei euch in der Landesstelle...”
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jana-s
Jana:
„Aha-Effekte sind garantiert!”
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